Expert Talk Energie:

ElWG 2026: Neue Rollen,

neue Pflichten, neue Chancen

17.3.2026

Am 17. März 2026 lud die CMG zum Expert Talk „Energie 2050“ ein, um die neuen Entwicklungen rund um das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) 2026 praxisnah zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die neuen Rollen, Pflichten und Chancen für Gemeinden, Energiegemeinschaften und weitere Akteure im Energiesystem.

Die Teilnehmenden setzten sich intensiv mit den Änderungen in rechtlichen Rahmenbedingungen, Peer-to-Peer-Modellen, Energy Sharing, Netzentgelten und Speicherlösungen auseinander. Besonderes Augenmerk lag auf der Rolle von Aggregatoren, Organisatoren und Förderungen für Energiegemeinschaften.

Hier fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammen:

1. Neue Begriffe und Rollen im ElWG 2026

Marie Sophie Reitinger, Expertin für Energierecht und Rechtsanwältin bei DORDA Rechtsanwälte GmbH, führte durch die zentralen Änderungen des Gesetzes. Besonders hervorgehoben wurden:

  • Einführung des Begriffs „aktive Kunden“ und die Rolle von „Organisatoren“
  • Peer-to-Peer-Verträge als Alternative zu Energiegemeinschaften
  • Teilnahme an gemeinsamen Energienutzungen nun auf rein vertraglicher Basis möglich
  • Offizielle Zulässigkeit von Pachtmodellen und Weisungsbefugnis über Dritte
  • Möglichkeit der Marktprämienförderung für Bürgerenergiegemeinschaften erhöht auf 50 % der erzeugten Energie

Marie Sophie betonte, dass diese Neuerungen nicht nur rechtliche Klarheit schaffen, sondern auch neue wirtschaftliche Anreize für Energiegemeinschaften eröffnen. Sie ermöglichen flexiblere Modelle für lokale Energieprojekte und stärken die Bürgerenergie.

2. Praxisnahe Einblicke und Professionalisierung

Martin Moser von ed-energiedigital GmbH ergänzte die rechtlichen Perspektiven durch praktische Erfahrungen. Er wies darauf hin, dass größere Energiegemeinschaften zunehmend professionell geführt werden müssen, um Effizienz und Skalierbarkeit zu sichern.

Besonders relevant waren die Hinweise zu dynamischen Tarifen und flexibler Abrechnung. Martin empfahl: „Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, einen Sommer lang Energie zu produzieren und zu verteilen – auch wenn das ElWG erst ab Oktober vollständig in Kraft tritt.“

3. Energiedaten, Netzentgelte und Speicherlösungen

Die korrekte Übermittlung von Energiedaten ist ein entscheidender Faktor. Smart Meter und Abrechnungssysteme müssen zuverlässig kommunizieren, um präzise Abrechnungen innerhalb von zwei Wochen sicherzustellen.

Weitere Neuerungen im Überblick:

  • Neustrukturierung der Netzentgelte und Einführung einer österreichweiten „Gebotszone“
  • Reduzierte oder entfallende Netzentgelder für Batteriespeicher und Vehicle-to-Grid-Lösungen
  • Flexible Spitzenkappung für Netzanschlusszeiten
  • Professionelle Organisation durch Organisatoren unterstützt Skalierbarkeit und Rechtssicherheit

Diese Maßnahmen zeigen, dass technische, organisatorische und wirtschaftliche Aspekte eng miteinander verknüpft sind, um Energiegemeinschaften effizient zu betreiben.

4. Wachstum und Führung von Energiegemeinschaften

Martin Moser erläuterte, dass das Wachstum von Energiegemeinschaften stabil bleiben wird, da Professionalisierung und klare Strukturen Vertrauen schaffen. Energiegemeinschaften bleiben flexibel: Mitglieder können jederzeit wechseln, wodurch die Initiatoren auf Attraktivität und Effizienz achten müssen.

Diskutiert wurden zwei Führungsmodelle:

  • Ehrenamtliche Initiator:innen, die lokale Bindung und Engagement sichern
  • Professionelle Prozesse mit klaren Strukturen, die Aufwand reduzieren und Skalierbarkeit erhöhen

👉 Ausblick: Die CMG wird die Entwicklungen rund um das ElWG 2026 weiterhin begleiten.

Der nächste Expert Talk am 19. Mai 2026 befasst sich mit E-Mobilität sowie dem Ausbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur. Dabei werden aktuelle Herausforderungen, Rahmenbedingungen und Lösungsansätze für langsames und schnelles Laden diskutiert – praxisnah für Gemeinden, Unternehmen und Energieakteure, die die Mobilitätswende aktiv mitgestalten möchten.

Save the Date: Die 2. Herbsttagung der CMG findet am 18. November 2026 statt. Auch hier werden wieder praxisnahe Einblicke und aktuelle Entwicklungen rund um die Energiezukunft präsentiert.