Webinar „Digitale Unabhängigkeit im Alltag – Praxisstrategien, Umstiegsszenarien und Kosten“


Digitale Selbstbestimmung statt Herstellerabhängigkeit – unter diesem Leitgedanken stand unser Webinar am 12. Februar 2026. Zahlreiche Teilnehmende aus Unternehmen, Organisationen und dem IT-Umfeld informierten sich über konkrete Alternativen zu etablierten Software-Anbietern – praxisnah, realistisch und mit klarem Blick auf Aufwand und Kosten.

Digitale Unabhängigkeit konkret gedacht

Den Einstieg gestaltete Moritz Schmid (RechnerLotsen OG) mit einer fundierten Einordnung von Linux als praxistaugliche Alternative zu Windows. Anhand realer Einsatzszenarien – von Standard-Arbeitsplätzen über Entwicklungsumgebungen bis zur Weiterverwendung älterer Hardware – zeigte er Chancen, Grenzen und typische Umstellungshürden auf.

Im Anschluss stellte er Office-Alternativen wie LibreOffice, OnlyOffice und Collabora vor und ordnete sie hinsichtlich MS-Format-Kompatibilität, Makros, ODF-Standards und Umsteigerfreundlichkeit ein.

Die cloudbasierte Zusammenarbeit präsentierte Ing. Raoul Meyer (EXACON-IT) am Beispiel von Nextcloud Office mit Collabora. Er zeigte, wie Dateiverwaltung, Kalender, Kontakte und kollaboratives Arbeiten in einer kontrollierbaren Infrastruktur umgesetzt werden können – inklusive technischer Architektur und realistischer Ressourcenplanung.

Im Bereich digitaler Signaturen erläuterte Ing. Karl Weintögl (it20one GmbH) die Unterschiede zwischen einfacher, fortgeschrittener und qualifizierter Signatur nach eIDAS. Neben einem Kostenvergleich internationaler Anbieter wurden auch europäische bzw. österreichische Alternativen und On-Premise-Szenarien vorgestellt.

Abschließend gab Raoul Meyer einen Einblick in Low-Code-Anwendungen mit SeaTable und zeigte, wie sich interne Prozesse, Formulare und Workflows ohne klassische Softwareentwicklung abbilden lassen – inklusive Diskussion zu Lizenzmodell und Infrastrukturbedarf.

Praxis statt Ideologie

Ein zentrales Ergebnis: Digitale Unabhängigkeit bedeutet keinen radikalen Komplettwechsel, sondern einen strategischen, schrittweisen Prozess mit Pilotphasen, Parallelbetrieb und klarer Kostenabschätzung.

Das Webinar diente als Überblicksveranstaltung. Einzelne Themen – insbesondere Umstiegsszenarien, Kostenmodelle und technische Umsetzung – werden in kommenden Formaten vertieft behandelt.