expertFOS-Reihe startet mit erstem Expertentalk zum Thema „Fiber Optic Sensing und die Straße“ – Zusammenfassung der Vorträge
Am 2. Dezember 2025 startete die Arbeitsgruppe agFOS mit ihrem ersten expertFOS in die Reihe der regelmäßig geplanten Online-Expert-Talks.
Dipl.-Ing. Fabian Buchmayer, Geschäftsführer der ACI Monitoring GmbH und Leiter der Arbeitsgruppe, begrüßte die Teilnehmenden zum Auftaktgespräch rund um Fiber Optic Sensing. Die agFOS verfolgt das Ziel, Glasfasern neben dem Kommunikationsmittel auch für Messungen wie akustische Signale und Temperaturänderungen zu nutzen. Die weiteren Sitzungen sollen etwa alle zwei Monate stattfinden und künftig auch Expertengespräche zu Themen wie Zutrittssicherung bzw. Überwachung von Naturgefahren einschließen.
Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der Vorträge des ersten expertFOS:
„Einbettung und Messung von faseroptischen Sensorkabeln im Straßenkörper“
Univ. Prof. Dr. Werner Lienhart, Leiter des Institut für Ingenieurgeodäsie und Messsysteme an der TU Graz behandelte die Einbettung und Messung von faseroptischen Sensorkabeln im Straßenkörper, wobei besonderer Fokus auf der Dokumentation der Glasfaserverläufe und der Nutzung unterschiedlicher verteilter faseroptischer Messverfahren (Distributed Fiber Optic Sensing – DFOS) für Messungen lag. Er erklärte, wie Glasfasern zur Messung von Dehnungen, Temperaturen und Vibrationen in Straßenbauanwendungen eingesetzt werden können. Er beschrieb die Pilotstudie der Bundesanstalt für Straßenwesen in Deutschland, bei der 8 faseroptische Linien in einem 100 Meter langen Feld instrumentiert wurden, um Fahrzeugdetektion und Straßenkörperbeobachtung zu testen. Dr. Werner Lienhart erläuterte die verschiedenen Fasertypen und deren Einbau in die Straße, sowie die Georeferenzierung der Fasern und Fahrzeuge für genaue Messungen.
Weiters präsentierte Dr. Lienhart die Analyse von Belastungsfahrten, bei welchen Dehnungen in einem Bereich von minus 15 bis plus 15 Microstrain aufgetreten sind. Durch Filterung des Signals konnten sie Fahrzeugbewegungen und -geschwindigkeiten identifizieren, einschließlich der Position der Fahrzeugachsen und lokaler Kompression. Er erklärte, dass die hohe räumliche Auflösung für kurze Messstrecken möglich ist, aber für längere Strecken alternative Messverfahren wie verteilte akustische Messverfahren notwendig sind. Mehr zu der Pilotstudie kann der Publikation Investigations into the use of distributed fibre optic sensors for detecting strain conditions in road structures (https://doi.org/10.31224/5875) entnommen werden.
„Möglichkeiten zur Verkehrsdatenerfassung mit Distributed Acoustic Sensing (DAS)“
Dipl.-Ing. Lisa Strasser, Universitäts-Projektassistentin an der TU Graz präsentierte Möglichkeiten zur Verkehrsdatenerfassung mit Distributed Acoustic Sensing (DAS) und erläuterte verschiedene Anwendungsfälle. Sie zeigte Beispiele für die Nutzung von vorhandenen Glasfasern (sogenannten Dark Fibers aus bestehenden Telekommunikationskabeln) sowie von Sensorfasern, um Verkehrsaktivitäten zu erfassen. Die Präsentation umfasste Messungen an einer innerstädtischen Strecke in Graz, einer 16 km langen Landesstraße in Paldau und einer Autobahnbrücke in Tirol, wobei unterschiedliche Fahrzeugklassen und Geschwindigkeiten detektiert werden konnten.
(DOI: https://doi.org/10.1201/9781003483755-133)
„Zentrale Stelle für Infrastrukturdaten (ZIS) bei der RTR“
Dr. Martin Lukanowicz, stellvertretender Leiter Wettbewerb & Infrastruktur bei der RTR-GmbH präsentierte die zentrale Stelle für Infrastrukturdaten (ZIS) bei der RTR GmbH, eine Behörde, die seit 2016 für die Verwaltung von Infrastrukturdaten im Telekombereich zuständig ist. Die ZIS dient der Unterstützung des Breitbandausbaus durch die Mitbenutzung bestehender Infrastruktur und die Mitverlegung bei Bauprojekten, wobei derzeit etwa 700 Telekomunternehmen und viele andere Infrastrukturbetreiber aus den Bereichen Erdöl, Gas, Strom (einschließlich öffentlicher Beleuchtung), Fernwärme, Wasser (einschließlich Abwasserbehandlung und -entsorgung und Kanalisationssysteme), Verkehrsdienste (einschließlich Schienen, Straßen, Häfen und Flughäfen) und Seilbahninfrastruktur) Daten einliefern. Die Teilnehmer diskutierten die Herausforderungen bei der Messung mit Glasfasern, insbesondere die Sensitivität der Messtechniken und die Schwierigkeiten bei der nachträglichen Verlegung von Kabeln in asphaltierten Straßen (micro trenching). Es wurde besprochen, dass Gemeinden generellen Zugang zu den Infrastrukturdaten erhalten könnten, wobei dafür eine Änderung der gesetzlichen Grundlage (TKG 2021 ist derzeit in Überarbeitung) bedarf. Derzeit erfolgt die Freigabe der Abfragen wie gesetzlich vorgesehen manuell, um Massenabfragen zu verhindern. Inhaber abgefragter Infrastrukturen werden automatisiert von einer Abfrage der Daten per Mail informiert. Detaillierte Informationen werden auf zis.rtr.at bereitgestellt.


