Call for Evidence zum Digital Network Act eingereicht
CMG-AE hat die Rückmeldung zum Call for Evidence (Link) bei der Europäischen Kommission eingereicht, der als Vorstufe für den im Herbst 2025 erwarteten Digital Network Act (DNA) dient.
Insgesamt wurden 326 Rückmeldungen aus ganz Europa eingereicht, davon 6 aus Österreich.
CMG-AE hat sich u. a. auf zwei Themen fokussiert: die Bedeutung der Klein- und Mittelbetriebe (KMU) und die offenen Geschäftsmodelle.
Der im White Paper der EU (Link) vertretenen Ansicht, dass die starke Fragmentierung der Telekomunternehmen den Glasfaserausbau bremse, wurde widersprochen. Stattdessen wurden KMU und offene Geschäftsmodelle als treibende Kräfte für verstärkten Wettbewerb, Innovationskraft und Flexibilität hervorgehoben.
ELFA hat in Abstimmung mit ihren Mitgliedern ebenfalls einen Beitrag erstellt. CMG-AE hat dabei als aktives Mitglied der ELFA an der inhaltlichen Ausarbeitung mitgewirkt.
Der DNA soll die europäische Telekommunikationsgesetzgebung modernisieren, den digitalen Binnenmarkt stärken und sie auf die zukünftigen Anforderungen cloudbasierter, softwaredefinierter Netzinfrastrukturen sowie von Edge Computing ausrichten.
Aus Sicht von CMG und ELFA sind folgende Punkte entscheidend für eine nachhaltige digitale Infrastruktur in Europa:
- Fragmentierung des Marktes und seine Bedeutung für die KMUs
Die Fragmentierung der Telekom-Betreiber in eine Vielzahl von Klein- und Mittelbetrieben und ganz wenigen großen, im europäischem Raum agierenden Betreibern ist nicht der Grund für den langsamen Ausbau der Glasfasernetze. Im Gegenteil: KMU zeichnen sich durch Flexibilität, Innovationskraft und regionale Verbundenheit aus und sollten daher gestärkt werden.
- Klare Definition von Marktrollen
Eine Differenzierung zwischen physischen Infrastrukturanbietern, Netzbetreibern und Diensteanbietern ist notwendig, um die Vorteile offener, wholesale-only Geschäftsmodelle regulatorisch abzusichern.
-
Strukturelle Anpassung der Netzarchitektur
Cloud-native und software-definierte Netzwerke sowie Edge Computing erfordern offene physische und virtuelle Infrastrukturen. Wholesale-only Netze fördern Wettbewerb, Vielfalt und Innovationsfähigkeit. -
Investitionen und Marktfragmentierung
Wholesale-only Geschäftsmodelle erhöhen die Attraktivität des Glasfasermarktes für Investoren und Banken. Wegen der Fragmentierung des Marktes sind Konsolidierungen zu erwarten, die besonders die regionalen KMUs betreffen. Eine „Guideline for Sustainable Consolidation“ sollte Best Practices und Nachhaltigkeitskriterien für konsolidierte Strukturen liefern, ohne Marktkonzentrationen zu fördern. -
Kupferabschaltung und Glasfasertransition
Der Umstieg auf reine Glasfasernetze muss wettbewerbsneutral gestaltet werden, ohne die Marktmacht bestehender Betreiber von Kupfer- auf Glasfasernetze zu übertragen. -
Offene Netzzugänge und Ex-ante-Regulierung
Vielfältige Zugangsprodukte müssen erhalten bleiben. Einheitliche Produkte würden Innovation hemmen. Der Zugang zu den Netzebenen muss verpflichtend sein. Ex-ante-Regulierung bleibt essenziell, um diesen Zugang fair und Wettbewerb fördernd zu gewährleisten. -
Wi-Fi im 6 GHz-Band
Um die Kapazitäten von Glasfasernetzen im Inhaus-Bereich voll auszuschöpfen, sollte der 6 GHz-Bereich vollständig Wi-Fi-Anwendungen vorbehalten bleiben.
ELFA betont in ihrem eingereichten Feedback, unterstützt durch die inhaltliche Zuarbeit der CMG, die Bedeutung einer schlanken, aber effektiven Regulierung, die Investitionen fördert, kleine und mittlere Betreiber schützt und Europa den Weg in eine digitale Zukunft ebnet.
Lesen Sie hier die Stellungnahme der ELFA zum Digital Network Act 2025 sowie die Rückmeldung der CMG:


