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Jan
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Nachlese: Outsourcing - The Day After
Tagung am 12.12.2011 beim PriceWaterhouseCoopers
Agenda
Nachlese
Eröffnet wurde die ausgebuchte Tagung von DI Thomas Broessler, Vorstand der CMG-AE, und dem Gastgeber der Veranstaltung, Andreas Plamberger, pwc Österreich, die durch das spannende Programm führten. Vor allem die wirtschaftliche Lage beim IT-Outsourcing sorgte für rege Diskussionen und konstruktiven Meinungsaustausch während der Veranstaltung wie in den Pausen.
- Outsourcing - jetzt aber richtig! Jörg Busch von pwc Österreich und DI Michael Ruplitsch von Austrian Airlines AG gaben als erste Vortragende Einblicke in das Thema IT-Outsourcing. Dabei sprachen sie typische Fallstricke an, die es möglichst zu vermeiden gilt. Das A & O einer gut geplanten Sourcing Strategie ist demnach sich zunächst die vier W-Fragen (siehe Infobox) zu stellen und Antworten für sein Unternehmen zu finden. Zunächst muss als erster Schritt das Unternehmen die Notwendigkeit für ITOutsourcing ermitteln (Warum?). Über die Entwicklung einer verbesserten Struktur (Was? Wo?) führt diese Strategie schließlich hin zum Aufbau und der Steuerung der neuen Strukturen (Wie?). Mit Gedanken zum derzeit hochaktuellen Thema Cloud Computing gaben Busch und Ruplitsch einen Ausblick in die nahe Zukunft - die Cloud als Outsourcing 2.0 - und sprachen dabei offene Punkte zum Thema Datensicherheit in der Cloud an.
Bei genau diesem Punkt setzte Dr. Sonja Dürager von bpv Hügel Rechtsanwälte mit Ihrem Vortrag zu den datenschutzrechtliche Risiken beim IT-Outsourcing fort. Insbesondere wies Dürager auf die unbedingt sorgfältig zu treffende Auswahl des Dienstleisters hin, denn der Auftraggeber haftet für die Auswahl des Dienstleisters („Auswahlverschulden“). Dürager empfiehlt Ihnen als Unternehmen: Überzeugen Sie sich davon, dass der Dienstleister die Maßnahmen zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Datenverwendung trifft, indem Sie sich ein Sicherheitskonzept vorlegen lassen! Überprüfen Sie das Sicherheitsniveau und die Zertifizierung des Dienstleisters selbstständig! Kritisch ist auch das Thema Datenschutz, wenn es sich um Dienstleister außerhalb der EU-Zone handelt. Denn als „Safe Harbour“ registrierte Unternehmen geben nur scheinbare Sicherheit. Dürager empfiehlt diesbezüglich: Holen Sie selbstständig eine Verpflichtungserklärung zur Einhaltung des europäischen Datenschutzstandards beim Dienstleister ein! Als Credo bleibt schließlich: Auf die Ausgestaltung des Dienstleister-Vertrages muss höchste Sorgfalt gelegt werden. Jörg Busch & DI Michael Ruplitsch Empfehlung für Ihr Unternehmen Legen Sie besonderen Wert auf die Auswahl des Dienstleisters und die Ausgestaltung des Dienstleister- Vertrages!
Dr. Sonja Dürager „Ich muss Risiken kennen um diese zu nehmen.“
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Reismüller schlägt drei Stufen der Risiko- Auseinandersetzung vor: 1. Risikoverteilung 2. Risikominimierung 3. Risikoübernahme DI Gerhard Reismüller DI Martin Obermoser Damit der Outsourcing Partner nicht zum schwächsten Glied in der Kette wird, stellte DI Gerhard Reismüller, Panrok & Partner GmbH, die Anforderungen an den Outsourcing Partner vor. Vor allem Risiken müssen beim Thema Outsourcing abgewogen werden: Sind Risiken von finanzieller, personeller oder infrastruktureller Seite bekannt? Gibt es Verträge mit anderen Geschäftspartnern? Oder Sublieferanten? Reismüller empfiehlt für eine erfolgreiche Outsourcing- Strategie zunächst kritische Outsourcing- Partner zu identifizieren und wenn möglich eine Verteilung auf verschiedene Dienstleister durchzuführen. Risikoverteilung nennt er folglich als ersten wichtigen Punkt neben Risikominimierung, wobei er diese v.a. durch die Implementierung von Service Level Agreements und mittels eines kontinuierlichen Managementprozesses (Business Continuity Management) gewährleistet sieht. Schließlich aber ist auch eine Risikoübernahme wichtig, denn mögliche Risiken müssen bekannt sein, um mit diesen umgehen zu können, so Reismüller. Wie können Sie beim Outsourcing schwerwiegende Fehler vermeiden?- DI Martin Obermoser der Datenhafen GmbH stellte am Fallbeispiel eines österreichischen Unternehmens vor was alles in Punkto Outsourcing schief gehen kann. Aus der Sicht des IT-Auditors schilderte er, wie von der ersten IT-Prüfung, in der einige unzufrieden stellende Anhaltspunkte gefunden wurden, kein produktiver Austausch mit dem Dienstleister zustande kommen konnte. Aufgrund dieser Unkooperativität wurde schließlich der Vertrag seitens des Auftraggebers gekündigt. Mit den schwerwiegenden Konsequenzen, dass alle Server neu installiert und Daten von Backups eingespielt werden mussten, da der Dienstleister die Daten nicht wieder freigab. Aus diesem Negativbeispiel filterte Obermoser 7 Punkte heraus, die für ein erfolgreiches Outsourcing Beachtung finden sollen:
1. Detaillierte Planung des Outsourcingprojekts
2. vertragliche Gestaltung 3. Monitoring & Reporting
4. Abläufe, Zuständigkeiten und Routinen klären
5. Change Management 6. Datenschutz- & Datensicherheit sowie Compliance
7. Outsourcing in die „Cloud“.
Dietmar Böckmann stellte die Sourcing Initiative bei s IT Solutions vor, die in diesem Jahr erfolgreich gestartet werden konnte. Bis das Unternehmen einen geeigneten Outsourcing- Partner fand, musste ein Auswahlprozess mit zahlreichen Schritten durchlaufen werden. So sah sich das Unternehmen zunächst mit 30 potentiellen Ländern konfrontiert, von denen die Wahl auf ein Land fiel: Indien, in dem 10 mögliche Service Provider überzeugen konnten. Im nächsten Schritt kamen aus diesen 10 Anbietern vier Dienstleister in die engere Wahl. Nach face-to-face Präsentationen in Wien, konnte sich schließlich für einen Dienstleister entschieden werden. Als Vorlage wurde ein „best practice“-Vertrag herangezogen, wobei höchste Sorgfalt und Genauigkeit auf die Ausgestaltung des Dienstleister- Vertrages gelegt wurde, betont Böckmann. Dabei wurde vor allem auch auf eventuell auftretende Risiken (wie Währungs- und Inflationsrisiko) besonderen Wert gelegt, um diese nicht nachträglich ausgleichen zu müssen. Dietmar Böckmann Die Outsourcing-Thematik regte zu konstruktivem Meinungsaustausch an.
DI Andreas Nehfort, Nehfort IT-Consulting, setzte danach mit den wahren Kosten von Outsourcing in der Software-Entwicklung fort. Die Motivation für das Outsourcing in der SWEntwicklung ist hoch, da viele Unternehmen mit dem aktuellen Status Quo nicht zufrieden sind: zu hohe Kosten bei oftmals bescheidenen Ergebnissen. Können mit der Auslagerung der SW-Entwicklung auch die Kosten optimiert werden? Gerade beim Outsourcing kann es zu Missverständnissen und Fehlern kommen: denn der Fokus die Prozess-Vorgaben verstellt auch gerne den Blick auf das Wesentliche, nämlich den Zweck des Outsourcings. SWFehlerkosten können für den Auftraggeber sehr teuer werden, vor allem je später sie entdeckt werden
Deswegen müssen die Abläufe an den Schnittstellen Beauftragung, Kommunikation und Lieferung reibungslos verlaufen.
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Thomas Broessler, exantis, trat abschließend ans Rednerpult und stellte 13 Fallen im Outsourcing vor, die er nach einer durchgeführten Feldstudie herausfiltern konnte. Trotz des symbolischen Untertitels „Und noch immer keine Kochrezepte“ fand Broessler schließlich doch noch eine Outsourcing- Anleitung. DI Andreas Nehfort, Nehfort IT-Consulting, setzte danach mit den wahren Kosten von Outsourcing in der Software-Entwicklung fort. Die Motivation für das Outsourcing in der SWEntwicklung ist hoch, da viele Unternehmen mit dem aktuellen Status Quo nicht zufrieden sind: zu hohe Kosten bei oftmals bescheidenen Ergebnissen. Können mit der Auslagerung der SW-Entwicklung auch die Kosten optimiert werden? Gerade beim Outsourcing kann es zu Missverständnissen und Fehlern kommen: denn der Fokus auf die Prozess-Vorgaben verstellt auch gerne den Blick auf das Wesentliche, nämlich den Zweck des Outsourcings. SWFehlerkosten können für den Auftraggeber sehr teuer werden, vor allem je später sie entdeckt werden. Deswegen müssen die Abläufe an den Schnittstellen Beauftragung, Kommunikation und Lieferung Die vier W-Fragen, wie anfangs schon erwähnt von Busch und Ruplitsch, erweitert Broessler noch um „Wer?“ und „Wann?“ und stellt sein fiktives Outsourcing-„ Kochrezept“ derartig zusammen:
- Wo bin ich?
- Wo muss ich hin?
- Wie komme ich dorthin?
- Was ist der Scope?
- Wer sind die Partner/ Gegner?
- Was muss sonst passieren?
- Wann soll was passieren?
Und schließlich die Frage aller Fragen: - Warum tun wir das eigentlich?


